Mit dem Zug durch die Toskana

Los ging es am 07. Juli mit dem Nightjet Richtung Livorno. Ankunft Florenz um 06:50. Zuerst einmal ins Hotel und das Gepäck abstellen, das Hotel Royal befindet sich in einem alten Palazzo mit einem schön angelegten Garten und Pool. Eine wahre Ruheoase. Nach einem stärkenden Frühstück und einer erfrischenden Dusche machte ich mich auf den Weg und schon 2 Querstrassen weiter blieb ich überwältigt stehen. Der Dom von Florenz erhob sich am Ende einer kleinen Gasse, ein atemberaubender Anblick. Meine Müdigkeit war wie weg gefegt und so ließ ich mich weiter von dieser traumhaften Stadt berauschen. In jeder Gasse gibt es etwas zu entdecken, jedes Haus ein Unikat - es scheint noch immer der Puls einer anderen Zeit zu herrschen. Mal ganz abgesehen von Gelato, Pasta e Vino

2. Tag in Florenz, auf dem Programm standen Palazzo di Medici, Giardino di Boboli, Michelangelo, die Atmosphäre dieser Stadt genießen und natürlich mangia e bevi - La Dolce Vita!

Nun hieß es arrivederci Firenze und weiter ging es mit dem Zug in die Weinberge von Montepulciano. Die von Zypressen gesäumte Auffahrt zum Hotel Borgo Tres Rose war atemberaubend. Das Zimmer sowie die gesamte Anlage sind so liebevoll gestaltet. Genau das Richtige für eine Auszeit! Und am Abend erwartet einen kein überfülltes Buffet sondern eine Menüempfehlung vom Chef oder die Möglichkeit a la carte zu essen. Für den ersten Abend entschied ich mich für Carpaccio di Bresaola, Ravioli in Salbeibutter - so gut, dass man einfach auch den letzten Rest mit dem Focaccia-Brot vom Teller wischen und sich die noch warme Butter von den Fingern lecken muss

Die nächsten Tage widmete ich mich ganz dem Müßigang - einmal die Stopptaste drücken und aus dem Karussell des Alltags aussteigen! An einem schattigen Plätzchen die würzige Luft der Toskana atmen, zwischendurch ins kühle Nass des Pools springen und sich allabendlich den kulinarischen Genüssen hingeben waren meine einzigen Aufgaben.

Am vorletzten Tag ging es dann ganz und gar um Vino, Vino, Vino . Fabio führte mich durch die Weinkeller von Tre Rose und erklärte mir alles, was es über die Weine aus Montepulciano zu wissen gilt. Natürlich musste ich mir direkt ein paar der edlen Tropfen sichern . Am Abend erwartete mich dann noch ein fantastisches Degustationsmenü und ein traumhafter Sonnenuntergang .

Als Single-Frau auf Reisen erregt man ja immer ein wenig Aufmerksamkeit und so wurden zum Beispiel ganz zufällig die Blumen vor meinem Eingang jeden Abend, wenn ich zum Abendessen ging, vom selben Gärtner gegossen - Gianni, Gianni ich habe dich durchschaut

Mit dem nahezu letzten Schritt, mit dem ich Borgo Tre Rose verließ, stolperte ich, Tolpatsch der ich bin , über einen Stein, woraufhin mein rechter kleiner Zeh auf die doppelte Grösse anschwoll und begann seine Farbe ins Dunkelblau zu ändern. Na Bravo! Aber eine echte Frau kennt keinen Schmerz! So ging die Reise weiter nach Siena. Der Umstieg in Chiusi stellte mich vor eine weitere Herausforderung, denn der Aufzug am Bahnsteig war defekt. So stand ich Ende einer scheinbar endlosen Treppe und überlegte, wie diese am besten zu bewältigen wäre, da eilte schon ein netter Mann der Frau in Nöten zu Hilfe . Grazie Mille!

In Siena angekommen machte ich einen ersten humpelnden Spaziergang durch die Stadt und genoss ein Abendessen am Piazza del Campo, Buona Notte!

Guten Morgen Siena! Der Blick aus meinem Hotelzimmerfenster war wunderschön und entschädigte mich ein wenig für eine schlaflose Nacht. Denn leider läutet die Domglocke die gaaanze Nacht 🕭. Mein Zeh leuchtete an diesem Morgen in allen Farbe des Regenbogens und daher hielt ich es nicht für sehr ratsam den ganzen Tag durch die steilen Gassen von Siena zu gehen. Also buchte ich mir kurzerhand einen Platz für eine Bustour .

Wir waren eine kleine Gruppe aus aller Welt und mit unserer charmanten Führerin Lavinia begann die Reise im bezaubernden Castellina di Chianti. Nach einer kurzen Besichtigung und einer Pecorinoverkostung gegen den kleinen Hunger ging es weiter nach San Gimignano.

Die berühmten Türme der Stadt waren schon weit voraus am Horizont zu sehen und machten auf mich einen leicht bedrohlichen Eindruck. Das kleine Städtchen ist leider regelrecht von Touristen überrannt und nur mit Mühe findet man ein ruhiges Plätzchen. Ein Souvenirgeschäft reiht sich an das nächste und mir drängte sich der Gedanke auf, die Stadt müsse im Winter wie leer und ausgestorben sein - oder erst dann ihr wahre Schönheit zeigen.

Am Ende unserer Reise durch die Weinberge Chiantis machten wir natürlich noch Halt für eine Weinverkostung . Winzersohn Leonardo präsentierte uns mit viel Charme und Humor 7 seiner besten Weine, die wir am Ende natürlich auch gern direkt kaufen konnten. Aber diesmal hielt ich mich zurück, denn die Weine aus Montepulciano gefielen mir doch um einiges besser. Salute !

Der letzte Tag meiner Reise stand vor der Tür und mit gut bandagiertem Fuß machte ich mich auf, die verzweigten Gassen Sienas zu erkunden. Vor allem abseits der mit Touristen überfüllten Wege spürt man die bewegende Vergangenheit dieser Stadt. Besonders die vielen atemberaubenden Kunstwerke scheinen einem unendlich viele Geschichten erzählen zu wollen...

Zum Abschied gönnte ich mir noch einmal ein entspanntes Essen am Piazza del Campo. Am Abend musste ich dann wieder nach Florenz, von wo mich der Zug nach Hause brachte.

Arrivederci e Grazie Mille!

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